Chronik der FF Laineck
Man
schrieb das Jahr 1872. Deutschland befand sich in einem ungeahnten
wirtschaftlichen Aufschwung. Die Schrecken des Krieges 1870/71 waren
überwunden. Überall in Bayern besannen sich die Menschen darauf, das erworbene
Hab und Gut zu schützen. Unzählige Freiwillige Feuerwehren wurden in dieser
Zeit unter dem Motto "GOTT ZUR EHR, DEM NÄCHSTEN ZUR WEHR" "ALLE
FÜR EINEN EINER FÜR ALLE " gegründet.
So beschlossen auch die Gemeindebürger von Laineck, unter dem damaligen
Bürgermeisters Johann Küfner, eine eigene Freiwillige Feuerwehr zu gründen. Ein
Aufruf erging am 08.12.1872 an die Lainecker Bürger.
Am 15.12.1872 fand die erste Versammlung zur Gründung einer Freiwilligen
Feuerwehr in der Lainecker Schule statt. 61 Lainecker Bürger erklärten sich
bereit, Mitglieder der Feuerwehr zu werden. Aus diesen Mitgliedern wurden fünf
Personen gewählt, welche die Aufgabe hatten, einschlägige Statuten zu
erarbeiten.
Am 05.01.1873 wurde die erste Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr
Laineck abgehalten. Zum Vorstand und Hauptmann der Feuerwehr wurde Georg
Burglacher gewählt. Ihm zur Seite standen der erste Adjutant Johann Bauer und
der zweite Adjutant Michael Conrad sowie sechs Ausschussmitglieder. 49
Gemeindemitglieder stellten sich als Rottenführer, Steiger, Spritzmänner und
Retter zur Verfügung.
Trotz wirtschaftlichen Aufschwungs waren auch damals die Mittel zur Anschaffung
von Geräten und Ausrüstungsgegenständen knapp. Durch die Gemeindeverwaltung
Laineck wurden die ersten nötigen Geräte beschafft: Eine gebrauchte
Druckspritze, Baujahr 1865, für zwei Strahlrohre, Spritzleistung ca. 180
l/min., 24 Wassereimer für die Wasserförderung, 100 Meter gewöhnliche Schläuche
mit Normalgewinde sowie persönliche Ausrüstungsgegenstände, wie Gürtel, Laternen,
Hörner, Pfeifen und Leitern. Auf Anregung des Bundesausschusses der Bayerischen
Feuerwehren zu München wurden die Feuerwehren der Stadt und des Landkreises
Bayreuth am 19.10.1873 zur Gründung eines Bezirksfeuerwehrverbandes eingeladen.
Der Veranstalter war die Freiwillige Turnerfeuerwehr Bayreuth. Die
Gründerversammlung fand im Ankersaal statt. Das Ziel des Verbandes war laut
Schreiben der Turnerfeuerwehr: "... die freiwilligen Feuerwehren aller Art
zu Bezirksverbänden zu vereinigen und durch öftere Zusammenkünfte, durch
gemeinsame Übungen an verschiedenen Orten sich gegenseitig zu belehren und
dabei die möglichste Gleichmäßigkeit in allen Teilen des Feuerwehrwesens sowie
durch die gegenseitige Unterstützung in Brandfällen anzustreben". Die Freiwillige
Feuerwehr Laineck war im Bezirksfeuerwehrverband mit zwei Stimmen vertreten.
Im Jahre 1888 feierte die Freiwillige Feuerwehr Laineck ihr 15 jähriges
Bestehen. 20 Gründungsmitgliedern konnte das Ehrenabzeichen verliehen werden.
Die Lainecker Feuerwehr wurde in diesen 15 Jahren zu 10 Bränden gerufen. Die
Gemeinde Laineck beschaffte auf Anraten des Verwaltungsrates der Freiwilligen
Feuerwehr am 01.05.1895 eine zweite, neue Löschmaschine, um die Einsatzkraft
der Feuerwehr zu erhöhen. Bei 55 Doppelhuben pro Minute lieferte die neue Saug
und Druckspritze etwa 220 l/min. Somit war der Feuerschutz in Laineck
gesichert.
Die Wasserversorgung im Brandfalle konnte durch den nahen Bach, die Steinach,
sowie durch ca. 40 private Brunnen sichergestellt werden. Die Mitgliederzahl
der Freiwilligen Feuerwehr Laineck wuchs im laufe der Jahre stetig.
So spricht der Jahresbericht von 1898 von 90 aktiven Wehrmännern. Als dritter
Hauptmann hatte Thomas Kraft nach Georg Burglacher und Johann Bauer die Führung
der Feuerwehr übernommen.
Zum 25. Feuerwehrjubiläum am 24.09.1898 konnten 12 Mitglieder für 25jährige
Dienstzeit und drei Mitglieder für 15jährige Dienstzeit mit dem Verdienstorden
"Seiner Majestät Ludwig III" ausgezeichnet werden. Ein Schreiben der
Gemeinde Laineck aus dem Jahre 1899 an das Königliche Bezirksamt Bayreuth läßt
erkennen, dass bereits damals die Ausrüstungsgegenstände für die Feuerwehren
eine teuere Angelegenheit waren. Die Gemeinde Laineck gab in einem Jahr für
Gerätschaften und Löschmaschine 1000. Mark aus.
Zur Jahrhundertwende bestand die Freiwillige Feuerwehr Laineck aus 92 aktiven
und 14 zahlenden Mitgliedern. Der Vermögensbestand belief sich auf 152. Mark.
Zu Kontroversen zwischen der Freiwilligen Feuerwehr Laineck und den
Rodersberger Bürgern kam es im Jahre 1904. Eine Scheune in Rodersberg war durch
Blitzschlag in Brand geraten. Die Pferde der heraneilenden Lainecker Wehr
scheuten am Fuße des Rodersberg bei einem heftigen Donnerschlag. Die Deichsel
brach, der abgebrochene Stumpf geriet zwischen die Räder und ein Rad zerbrach.
Bis die zweite Lainecker Löschmaschine geholt worden war und am Brandplatz
erschien, waren bereits die Feuerwehren aus St. Johannis und Seulbitz mit
Löschtätigkeiten beschäftigt. Mit vereinten Kräften konnte zwar noch das Anwesen
des Landwirts Scharnagel gerettet werden, das verspätete Eintreffen der
Freiwilligen Feuerwehr Laineck führte aber zu fortwährenden
Auseinandersetzungen zwischen den Laineckern und Rodersbergern.
Der Gedanke einer eigenen Freiwilligen Feuerwehr am Rodersberg war geboren. Bis
zur Verwirklichung dieses Gedankens vergingen allerdings noch ganze neun Jahre.
Erst am 03.07.1913 wurde in einer Versammlung die Neubildung einer Freiwilligen
Feuerwehr Rodersberg von den Anwesenden einstimmig beschlossen. Als Vorstand
wurde Johann Martin, Ökonom und Mühlenbesitzer in der Pudermühle, als Hauptmann
Peter Hammon, Ökonom am Rodersberg, gewählt.
Im Jahre 1914 belief sich die Zahl der aktiven Mitglieder der Freiwilligen
Feuerwehr Laineck auf 108, bei einer Einwohnerzahl von 951 Personen! Während
des Ersten Weltkrieges 1914/18 wurden 99 Feuerwehrkameraden zum Kriegsdienst
eingezogen. Um den Feuerschutz aufrechtzuerhalten, wurden Frauen und
Jugendliche bei der Feuerwehr ausgebildet. 14 Feuerwehrkameraden mussten ihr Leben
auf den Schlachtfeldern lassen, vier Kameraden kehrten schwer verwundet in die
Heimat zurück. 1919 befanden sich noch sieben Kameraden in Gefangenschaft.
Bei der Hauptversammlung der Feuerwehr am 29.03.1923 wurde den anwesenden
Mitgliedern eine Mustersatzung des Bayerischen Landesverbandes der Feuerwehren
unterbreitet. Mit einigen Änderungen ist die Satzung für die Freiwillige
Feuerwehr Laineck angenommen worden. Auf Vorschlag des damaligen Kommandanten
Wilhelm Zahn ließ sich die Feuerwehr als Verein ein tragen und trug seit diesem
Tag den Namen `Freiwillige Feuerwehr Laineck e.V.´
Am 24.05.1924 fand die 50 jährige Gründungsfeier der Lainecker Feuerwehr statt.
Als älteste aktive Mitglieder mit 46 Dienstjahren konnten die Ordnungsmänner
Moritz Meister und Johann Kögler begrüßt werden. In diesen 50 Jahren wurde die
Wehr zu 25 Bränden gerufen. Aus dem Jahrbuch von 1925 ist zu entnehmen, dass
als neuer Kommandant Adam Meister die Leitung der Feuerwehr Laineck übernommen
hatte. Neben den beiden Handdruckspritzen waren noch zwei fahrbare
Schlauchhaspeln und eine zweirädrige Drehleiter (im Jahre 1906) mit einer Höhe
von zehn Metern angeschafft worden. Neben den bereits vorhandenen
Unterflurhydranten bei der Schule, sicherten drei neue Hydranten den Feuerschutz
auf dem damaligen Lainecker Flugplatz, dem jetzigen Bundeswehr und
Grenzschutzgelände.
Im Laufe des Jahres 1930 wurde die alte Druckspritze gebrauchsunfähig und musste
ausgemustert werden. Ein Schreiben des Verwaltungsrates der Freiwilligen
Feuerwehr Laineck zwecks Neuanschaffung einer Motorspritze wurde durch den
Gemeinderat wohlwollend geprüft. Am 16.08.1931 fand die Einweihungsfeier von
zwei neuen Motorspritzen statt. Die Gemeinde Laineck übergab sowohl der
Freiwilligen Feuerwehr Laineck als auch der Freiwilligen Feuerwehr Rodersberg
je eine nagelneue moderne Tragkraftspritze vom Typ Breuer TS 6/6 von der Firma
Paul Ludwig, mit einer Nennleistung von 600 l/min. bei 60 mWs .
Zum 60 jährigen Gründungsjubiläum, am 21.05.1933, konnte Vorstand Christof Hammon
noch drei Gründungsmitglieder als Ehrenmitglieder begrüßen. Diese waren Thomas
Kraft, Johann Herold und Johann Georg Rieß. Ein Umzug mit Musik vom
Spritzenhaus zur Gaststätte Bärnreuther, sowie ein anschließendes Gartenfest,
gaben dem Jubiläum einen würdigen Rahmen.
Die ersten Auswirkungen der Machtübernahme durch Adolf Hitler wurden am
04.02.1934 bei der Hauptversammlung spürbar. So durfte der neue Kommandant
nicht mehr durch die Mitglieder gewählt werden, sondern wurde vom
Bezirksfeuerwehrverband bestimmt. Als Führer der Wehr wurde der alte Kommandant
, nun auch Ortsgruppenleiter von Laineck , Adam Meister, eingesetzt. Bei
Übungen wurde die Anwesenheitspflicht eingeführt und jedes Fehlen gemeldet. Im
Jahre 1936 ist eine Umorganisation der Feuerwehr vorgenommen worden. Die
Feuerwehr Laineck untergliederte man in einen Löschzug und zwei Halblöschzüge.
Die Feuerwehr Rodersberg wurde aufgelöst und der Lainecker Wehr angeschlossen.
Jeder männliche Einwohner von Laineck, zwischen dem 18. und 50. Lebensjahr,
musste der Feuerwehr beitreten. Am 12.03.1938 wurde Adam Meister durch Georg
Strömsdörfer und am 25.01.1939, bei einem Führungsstabappell der Feuerwehr,
dieser von Christof Hammon als Führer der Wehr abgelöst. Da noch keine
öffentliche Wasserleitung zur Verfügung stand, verbesserte im Jahre 1939 ein
neu angelegter Löschweiher im Ortsteil Rodersberg den Brandschutz erheblich. Um
bei Brandfällen sofort einsatzbereit zu sein, beschloss man in der
Hauptversammlung am 25.01.1941, dass, bei Fliegeralarm in Laineck, immer eine
Gruppe der Wehrmänner am Spritzen haus in Bereitschaft stehen soll.
55 Feuerwehrkameraden wurden im Januar 1941 zur Wehrmacht eingezogen. Zwei
Kameraden waren bereits in Frankreich gefallen. Am 24.03.1941 konnte der
Grundstein für ein neues Gerätehaus gelegt werden. Es wurde damals schon so
großzügig geplant, dass es bis 1993, mit einigen Einschränkungen, den
Anforderungen entsprach und die vorhandenen Gerätschaften aufnehmen konnte. Da
immer mehr Feuerwehrkameraden zur Wehrmacht eingezogen werden mussten, wurde ab
dem Jahre 1944 die Hitlerjugend im Feuerschutz ausgebildet und eingesetzt.
Bei einem Fliegerangriff auf den Ortsteil Rodersberg, am 04. April 1945, wurden
vier Häuser und drei Scheunen ein Raub der Flammen. Am 17.04.1945, nach einem
Bombenangriff der amerikanischen Luftwaffe auf Bayreuth, wurde die Lainecker
Wehr mit einer Spritze nach Bayreuth abgeordnet. Nach dem Einmarsch der
amerikanischen Truppen ist der Führer der Lainecker Wehr, Christof Hammon, in
Haft genommen worden. Elf Kameraden der Lainecker Wehr mussten bis 1945 im
Krieg ihr Leben lassen, viele kehrten erst nach jahrelanger Gefangenschaft in
die Heimat zurück.
Nach dem Krieg, am 11.11.45, wurde die Freiwillige Feuerwehr Laineck neu
aufgestellt. Die Wehr ist in die Abteilungen Laineck und Rodersberg gegliedert
worden. Zum ersten Kommandanten der gesamten Wehr bestimmte die amerikanische
Militärregierung Michael Wagner. Jeglicher militärische Drill und Aufmarsch
wurden von den Amerikanern strengstens untersagt.
Bei den ersten Wahlen der Lainecker Wehr nach dem Zweiten Weltkrieg, am
09.03.1946, wurde Fritz Bauer und nach der offiziellen Neugründung am
17.03.1947 Adam Grieshammer zum ersten Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr
Laineck gewählt.
Im Jahre 1952 wurde der Löschweiher in Rodersberg neu in Beton gebaut und ist
heute noch in gutem Zustand. Die gesamte Gemeinde Laineck erhielt eine
Wasserleitung und wird seit 1952 mit Trinkwasser durch die Stadt Bayreuth
versorgt. Die mit der neuen Wasserleitung errichteten Hydranten verbesserten
den Feuerschutz innerhalb der Gemeinde Laineck erheblich.
Mit der Wiedergründung des Vereins der Freiwilligen Feuerwehr im Jahr 1953,
wurde Georg Küffner zum ersten Vorstand gewählt. Die Neuwahlen am 07.04.56
ließen Adolf Heidenreich als Kommandanten der Wehr erscheinen. Die bis 1957
durch Hornisten erfolgte Alarmierung der Feuerwehrkameraden bei Notfällen wurde
durch die elektrische Sirene auf dem Gerätehaus abgelöst. Durch Anschaffung
eines Tragkraftspritzenanhängers (TSA) mit einer TS 8/8 ist am 23.10.1960 die
alte Löschmaschine der Lainecker Wehr ersetzt worden.
In der Hauptversammlung 1961 wurde Adolf Heidenreich in seinem Amt als
Kommandant bestätigt. Zu seinem Stellvertreter ist von den aktiven Mitgliedern
Hans Hofmann gewählt worden. Der Mitgliederstand erreichte einen Höchststand
von 235 Personen.
Am 27.03.65 konnte durch den damaligen Bürgermeister Max Rieß, der Abteilung
Rodersberg ebenfalls ein TSA übergeben werden. Bedingt durch eine schwere
Krankheit, musste Kommandant Heidenreich im Jahre 1966 sein Amt niederlegen.
Die Führung der Wehr übernahm Hans Hofmann. Ihm zur Seite stand Werner
Lauterbach als stellvertretender Kommandant.
1971 wurde die erste Jugendfeuerwehr in Laineck aufgestellt. Als erste
Jugendgruppe des Landkreises Bayreuth legte die Lainecker Jugendgruppe am
16.10.1971 das Jugendleistungsabzeichen mit Erfolg ab.
Am 01.07.1972 wurde die Gemeinde Laineck nach Bayreuth eingemeindet und ist
seit dieser Zeit ein Ortsteil von Bayreuth. Die Forderung des Verwaltungsrates
der Bayreuther Feuerwehr, die Lainecker Wehr solle sich der Freiwilligen
Feuerwehr Bayreuth anschließen, wurde in geheimer Abstimmung der Mitglieder der
Freiwilligen Feuerwehr Laineck am 05.10.1973 endgültig abgelehnt. Bei nur vier
Gegenstimmen waren die Mitglieder der Wehr für das Weiterbestehen der
Freiwilligen Feuerwehr Laineck.
Wegen Erkrankung des ersten Vorstandes Georg Küffner 1973, leitete der 2.
Vorstand Dieter Rindfleisch kommissarisch den Verein. Bei einer feierlichen
Einweihung am 01.11.1974 wurde der Freiwilligen Feuerwehr Laineck durch die
Stadt Bayreuth ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) übergeben und der TSA
von Rodersberg zur Abteilung Colmdorf abgezogen.
Im Jahre 1974/75 wurden der Turm und das Gerätehaus am Rodersberg abgebrochen
und die Geräte im Gerätehaus Laineck untergebracht Am 19.04.1975 wurde Dieter
Rindfleisch zum ersten Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Laineck gewählt.
Ein gebrauchter VW Bus konnte im Jahr 1979 der Lainecker Wehr zur Verfügung
gestellt werden, da bei einer Aktivenzahl von 50 Personen erhebliche
Transportschwierigkeiten bei Einsätzen auftauchten. Ein neu angeschaffter VW
Bus löste im November 1981 den alten Bus ab.
Nachdem der Stadt Bayreuth nicht genügend Mittel zur Verfügung standen, um die
Freiwillige Feuerwehr Laineck mit einem LF 8 auszurüsten, genehmigte der
Stadtrat für die Lainecker Wehr die Anschaffung von vier Atemschutzgeräten im
Wert von 12.000, DM. Da die Feuerwehr Laineck bereits über 13 Atemschutzträger
verfügte, konnte durch die eigenen Atemschutzgeräte die Ausbildung nun
wesentlich intensiver betrieben werden.
Im Juli 1983 feierte die Feuerwehr Laineck ihr 110jähriges Gründungsjubiläum in
Verbindung mit dem 3. Stadtfeuerwehrtag. Bis zu diesem Zeitpunkt war dies die größte
Veranstaltung in der Geschichte der Lainecker Wehr. Zu diesem Fest konnten
unter anderem auch Feuerwehrkameraden aus Annecy begrüßt werden.
Nach Einführung des neuen Bayerischen Feuerwehrgesetzes im Jahre 1981 wurde am
15.03.1984 bei der Jahreshauptversammlung die Einführung einer neuen Satzung
beschlossen. Wichtiger Punkt: die Freiwillige Feuerwehr Laineck sollte wieder
" e.V." werden. Im Frühjahr 1985 war es dann mit der Eintragung im
Vereinsregister Freiwillige Feuerwehr Laineck e.V. soweit
Am 07.06.1984 schied der bisherige erste Kommandant Hans Hofmann wegen
Erreichen der Altersgrenze aus dem aktiven Dienst der Wehr aus. An seine Stelle
trat Werner Lauterbach. Zum 2. Kommandanten wurde Benno Zapf gewählt. Hans
Hofmann wurde noch im gleichen Jahr zum Ehrenkommandanten ernannt. Im August
1985 konnte der in über 600 Std. Eigenleistung ausgebaute Dachboden im
Gerätehaus seiner Bestimmung als Unterrichtsraum übergeben werden.
Am 13.10.1985 kam es in den Abendstunden zum einen der spektakulärsten Einsatz
der Wehr überhaupt. Das Schmunzeln auf den Gesichtern sprach für sich. Was war
passiert? Eine Pkw Fahrerin verlor auf dem Parkplatz des Burgcafes die
Herrschaft über ihr Fahrzeug. Nachdem sie eine Stützmauer und einen anderen Pkw
beschädigt hatte, durchbrach sie die Umzäunung und parkte ihren Pkw auf dem
Grunde des Löschteiches.
Am 30.05.1986 feierte die Jugendgruppe ihr 15 jähriges Bestehen mit einem
Bunten Abend in der Turnhalle Laineck. Zu diesem Bunten Abend konnten ca. 300
Gäste, unter ihnen der Oberbürgermeister der Stadt Bayreuth, Herr Hans Walter
Wild, der Sicherheitsreferent, Herr Dr. Dieter Mronz, mehrere Stadträte, eine
Abordnung des Bayerischen Landesamtes für Brand und Katastrophenschutz sowie
viel Feuerwehrprominenz begrüßt werden. Am darauf folgenden Tag richtete die
Jugendgruppe den 9. Jugendleistungsmarsch aus.
Im Juni 86 wurde vom Feuerwehrverein ein Zelt für fast 5000 DM von der Fa. Hirz
gekauft. Den ersten Einsatz hatte es zum Sonnwendfeuer 1986. Bei der
Jahreshauptversammlung am 19.03.1988 wurde ein neues Kapitel in der Geschichte
der Feuerwehr Laineck aufgeschlagen. Mit dem 1. Vorsitzenden Dieter
Rindfleisch, stellte die gesamte Vorstandschaft ihre Posten zur Verfügung um
einer jüngeren Mannschaft die Geschicke der Wehr anzuvertrauen. Als 1.
Vorsitzender wurde Dietmar Kurth, als 2. Vorsitzender Hans Braun, als 1.
Schriftführer Günter Lauterbach und als 1. Kassier Bernd Rieß gewählt. Auf die
neue Vorstandschaft wartete viel Arbeit. Wurden doch schon Gespräche mit der
Stadt Bayreuth über einen Gerätehausneubau geführt, denn das alte Feuerwehrhaus
platzte förmlich aus allen Nähten.
Um den Vereinsmitgliedern alle Aktivitäten der Wehr mitteilen zu können, wurde
1988 mit dem Druck einer Vereinszeitung begonnen. Die Auflage betrug 350 Stück.
Hierfür musste ein Druckgerät angeschafft werden das 3300 DM kostete. Mehr als 40 Ausgaben sind
bislang erschienen und die Auflage erhöhte sich zwischenzeitlich auf 500 Stück. (Stand
2010)
Im gleichen Jahr liefen bereits Verhandlungen um unseren Gerätehausneubau.
Altbürgermeister von Laineck, Stadtrat Max Rieß, Kommandant Werner Lauterbach,
sein Vertreter Benno Zapf und der neue Vorsitzende Dietmar Kurth führten die
Verhandlungen auf Lainecker Seite. Zwei Jahre gingen dennoch ins Land, bis im
Jahr 1990 die Stadt Bayreuth das Grundstück an der Warmensteinacher Straße von
Alfred Rieß erwarb.
Ebenfalls im Jahr 1990 musste Kommandant Werner Lauterbach aus gesundheitlichen
Gründen seinen Posten zur Verfügung stellen. Bei einer Neuwahl am 20.07.1990 wurde
Benno Zapf zum 1. Kommandanten und Joachim Igl zu seinem Stellvertreter
gewählt. 1991 gründete die FF Laineck die 1. Frauengruppe im Verbund der
Bayreuther Feuerwehren.
Die Befürworter für ein neues Gerätehaus, insbesondere Stadträte die die
Belange der Feuerwehr mittrugen, setzten sich nach zähen Verhandlungen durch.
Somit konnte Oberbürgermeister Dr. Dieter Mronz 1991 grünes Licht für das
Bauvorhaben geben. Die Kosten waren auf 530.000, DM veranschlagt worden.
Eigenleistung im Wert von 100.000, DM sicherte die Feuerwehr zu. Am 12.10.1992
teilte Oberbürgermeister Mronz der Lainecker Führung mit, dass die
Planungsmittel für Bauzwecke zur Verfügung stehen. Das Startsignal war gegeben.
Mit ausgesprochenem Feuereifer ging es jetzt an die Arbeit. Die Männer und
Frauen leisteten in ihrer Freizeit, bei Wind und Wetter, bis in die
Nachtstunden hinein, hervorragende Arbeit. Bereits am 02.04.1993 konnte
Richtfest gefeiert werden. Der guten Zusammenarbeit mit den beteiligten Firmen,
der Bauleitung von Dipl. Ing. Wolfgang Bayerlein vom Hochbauamt Bayreuth und
insbesondere der treibenden Kraft unseres Kommandanten Benno Zapf war es zu
verdanken, dass der Bau zügig voranging. So konnte bereits am 23.10.1993 das
neue Gerätehaus eingeweiht werden. Mehr als 12.000 Arbeitsstunden wurden von
den Feuerwehrleuten bislang in das Gerätehaus eingebracht. Eigenmittel von über
40.000, DM investierte der Lainecker Feuerwehrverein in die Ausstattung von
Schulungsraum, Küche und Kommandantenzimmer. Mit der Nutzung des neuen Gerätehauses
konnte ein Kapitel in der Vereinsgeschichte geschlossen werden. Aber sofort
wurde weiter geblättert.
Mit dem neuen Gerätehaus war zwar viel erreicht, doch die Fahrzeuge, die der
Wehr zur Verfügung standen, waren bedingt durch das hohe Alter und die
langjährige mangelhafte Unterbringung in sehr schlechtem Zustand. Ein Antrag
auf Anschaffung eines neuen Löschfahrzeuges wurde bei der Stadt Bayreuth
eingereicht. Im Jahr 1995 wurde dieses Thema in der Stadtverwaltung noch
zurückgestellt. Der Einsatzbereich der Lainecker Wehr hatte sich in den letzten
Jahren aber erheblich erweitert und so genehmigte der Stadtrat im Frühjahr 1997
das neue Feuerwehrfahrzeug mit dem dazu gehörigem Gerät. Am 13.09.97 übergab
Oberbürgermeister Dr. Dieter Mronz das neue Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 im Wert
von 300.000, DM an die Lainecker Wehr. Mit sichtbarem Stolz übernahm Kommandant
Benno Zapf die Fahrzeugschlüssel.
Im Jahr 1996 wurde von der Wehr eine große Sammelaktion in Laineck
durchgeführt. Grund hierfür war der Kauf einer Vereinsfahne. In Vorbereitung
auf den Stadtfeuerwehrtag 1998 mit 125jährigem Gründungsjubiläum und
Fahnenweihe, hat die Lainecker Bevölkerung mit der Fahne der Wehr ein großes
Geschenk gemacht. Dies war ein großer Freundschaftsbeweis der Lainecker Bürger
zu Ihrer Feuerwehr. Grund zum Feiern gab es zwischenzeitlich für die
Jugendgruppe der Lainecker Wehr, deren Gründung sich 1996 zum 25. Mal jährte.
Zum 125jährigen Jubiläum vom 17.07.1998 bis 19.07.1998 konnten an manchen Tagen
über 1000 Besucher begrüßt werden. Sie kamen aus Laineck, Bayreuth und aus über
60 Vereinen aus Nah und Fern. Das ergreifendste Ereignis an diesen Festtagen
war die Fahnenweihe die allen Anwesenden mit Sicherheit noch lange Jahre in
Erinnerung bleiben wird.
Die Patenschaft für unsere Fahne übernahmen die Kameraden der Nachbarwehr aus
Döhlau/Görau in dankenswerter Weise. Zum Jahreswechsel 1999 / 2000 zählte die
Wehr 61 aktive Feuerwehrleute. Davon elf Mädchen und Frauen. Der Verein
insgesamt bestand aus 406 Mitgliedern. Bei den Neuwahlen der Vereinsleitung am
18.03.2000 zeichnete sich ein nächster beginnender Generationswechsel ab.
Vertrauensmann Fred Böhner, die Beisitzer Hans Rieß und Johannes Franke sowie
2. Vorsitzender Udo Rupprich schieden aus der Vereinsleitung aus. Junge Mitglieder
wie Nicole Miedtke, Frank Rieß und Dirk Preska wurden in die Vereinsführung
gewählt.
Soviel bis zum Jahre 2000. Die nächsten Jahre bis einschließlich 2010 werden gerade wieder in einer sehr lesenswerten Form niedergeschrieben. Vorneweg möchten wir Ihnen jedoch ein paar Meilensteine als kurze Stichpunkte zur Verfügung stellen.
Kommandantenneuwahlen 2008: 1. Kommandant Peter Faltenbacher, 2. Kommandant Oliver Zapf Vorstandschaftswahlen 2008: 1. Vorsitzende Nicole Kilchert, 2. Vorsitzender Christain Kurth
Bau
von 2 Garagen als Lagerfläche, Beschaffung eines Versorgungs-LKW’s Bth 81/2
durch Eigenmittel,
Anbau am Gerätehaus um einen weiteren Stellplatz mit Damenumkleide sowie 2
Büroräumen,
Einweihung des neuen Mehrzweckfahrzeuges (MZF) Bth 11/11 als Ersatz für unseren
Jahre alten VW Bus Bth 14/1, Abbau einer Grillbude am Marktplatz Bayreuth,
Reinigung, Sanierung und Wiederaufbau am Gerätehaus Laineck 2009/2010,
Anbringen des „Schützes von Laineck“ am Gerätehaus im Mai 2010.
Und auch gerade in diesem Moment sind wieder einige Kameradinnen und Kameraden unterwegs um die Geschichte der FF Laineck täglich weiter zuschreiben, durch Kameradschaft, Einsatz und vielem ehrenamtlichen Engagement.
